Organmodell als Alternative

Organmodell
Sonnenaufgang in den Heubachwiesen im August 2012
Lesezeit: 3 Minuten
Organmodell als Alternative.

Die Technische Universität Berlin (TU Berlin) setzt auf das Organmodell als Alternative zu Tierversuchen. Hierfür wurden nun zwei Wissenschaftler/innen mit einem Förderpreis ausgezeichnet.
Jährlich werden alleine in Deutschland an mehreren hunderttausend Versuchstieren Infektionskrankheiten erforscht. Die Zahl aller Tierversuche liegt um ein Vielfaches höher. Diese Zahl lag 2017 bei etwa 2,8 Millionen Tieren.
Tierversuche bedeuten für die Tiere in fast allen Fällen Leid und Qual.
Außerdem ist ein sehr großer Teil der Versuche gar nicht auf den Menschen übertragbar beziehungsweise anwendbar.
Und Tierversuche damit oft schlichtweg überflüssig.

Die TU Berlin forscht an Alternativen zu Tierversuche. Berlin hat sich inzwischen zu einem zentralen Standort zur Entwicklung von Alternativmethoden entwickelt.

Für die Entwicklung von Alternativen erhielten die  Forscher den Preis des Landes Berlin für die Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche.
Der Preis ist mir einem Preisgeld verbunden. Dieses beträgt derzeit 40.000 Euro. Ausgelobt wird der Preis gemeinsam mit dem Verband der forschenden Pharmaunternehmen.

Konzentriert hat sich die Universität dabei auf die Erforschung von Infektionskrankheiten an sogenannten Organmodellen.
Hierzu werden menschliche Organe mittels eines Biodruckverfahrens erstellt und mit Viren infiziert.
Im angewandten 3D-Druckverfahren werden menschliche Zellen verwendet. Damit möchte man möglichst nahe am Original arbeiten.

Das Lungenmodell wurde dann mit Grippeviren (Influenca A Viren) infiziert.
Hierbei wurde nachgewiesen, wie sich die Viren im Modell verbreiteten.  Ebenfalls beobachtet wurde eine Abwehrreaktion der Zellen.

Die so gewonnen Ergebnisse aus einer Art Organkopie sind wesentlich besser auf den Menschen übertragbar als die Ergebnisse aus Tierversuchen.
Insbesondere Grippeviren verhalten sich in tierischen Organismen völlig anders als im menschlichen Körper.

Demzufolge hilft diese Methode zukünftig Tierversuche weiter zu minimieren.

Zukünftige Entwicklung.

Mit den Fördergeldern aus dem Preis werden die Forscher das Lungenmodell weiter ausbauen.
So werden Immunzellen in das Modell implementiert. Bislang besteht das Lungenmodell nur aus aus Epithelzellen.

Werden nun auch Immunzellen in das Modell eingebracht,  macht dies die gewonnenen Ergebnisse nochmals deutlich aussagekräftiger.
Ziel ist es, dass  Organmodell möglichst nahe an das Original heranzubringen.
Je näher es dem menschlichen Original kommt, desto mehr Wissenschaftler werden dieses Modell dann für eigene Versuche nutzen.

Desweiteren ist es den Forschern ein Anliegen den Tierschutzgedanken bei der kommenden Generation von Wissenschaftlern zu verankern.
Tier-Ethik ist bereits heute essentieller Bestandteil von Seminaren der TU Berlin. Dieses Beispiel sollte Schule machen!

Auch wenn bei den Forschungen sicher der Kostengedanke eine Rolle spielte, ist die Entwicklung ein Schritt in die richtige Richtung.
Wir dürfen nicht vergessen, dass Tierversuche oft billiger sind als Alternativmethoden. Letztendlich ist der Kostenfaktor der Hauptgrund für Tierversuche.
Leider werden Tiere an vielen Stellen immer noch als Billigware betrachtet. Das Tiere durchaus Gefühle wie Angst haben und Schmerz empfinden geht dabei unter.

Tierversuche werden bundesweit nach wie vor deutlich besser gefördert als Alternativen. Umso wichtiger ist es, dass mit der TU Berlin nun ein namhaftes Institut an alternativen Methoden arbeitet.
Und dank des Förderpreises diese Forschungen noch intensivieren kann.
Diesem Beispiel dürfen und sollten andere Lehreinrichtungen folgen.

Meinung.

Letztendlich brauchen wir eine deutlich besser dotierte Förderung von Alternativmethoden als es aktuell der Fall ist. Auch wenn Unternehmen nun einmal wirtschaftlich handeln müssen.
Das dies auf Kosten von Tieren geschieht ist allerdings unvertretbar. Hier brauchen wir zwingend ein Umdenken. Bei den Unternehmen und bei den Verbrauchern.
Letztendlich haben wir als Verbraucher es in der Hand welche Produkte wir kaufen. Alternativen sind durchaus vorhanden.
Einige Empfehlungen findet Ihr in unserer Produkt Kategorie.

Übrigens: Ein Umdenken in der Bevölkerung findet bereits statt. Das zeigen eindrucksvoll die vielen Aktionen gegen Tierversuche.
Und natürlich auch die vielen Teilnehmer an diesen Veranstaltungen. Oder die Erfolge von Tierschützern in der Verhandlung mit Unternehmen.
Andererseits herrscht in der Politik vielerorts zur Thematik schlichte Ignoranz. Fragen werden gerne mit einem Grinsen abgetan. Oder alternativ über Frisuren geredet.
Klingt komisch, ist aber alles schon dagewesen. Man erinnere sich an die diverse Politiker Sprechstunden.

Demzufolge liegt noch viel Arbeit vor uns. Entsprechend groß ist der Handlungsbedarf.
Bitte vergesst nicht, dass wir die sprichwörtliche die Wahl haben.
Es gibt durchaus Parteiprogramme die sich ausdrücklich für Tierschutz einsetzen. Ob das Programm am Ende auch das Papier wert ist auf dem es gedruckt ist, weiß ich natürlich nicht.
Dies muss letztendlich aber jeder für sich selber entscheiden.

Es wird höchste Zeit Tieren mit dem Respekt zu begegnen, welchen fühlende Lebewesen verdienen.
Dazu gehört für mich das Ende von Tierversuchen!

Ralf

Ralf

Jahrgang 1962. Lebt mit Frau und einigen Tieren im Münsterland an der Grenze zum Ruhrgebiet.

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